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NEWS

Haushaltsrede | 19.03.2020

Nun wird der Inhalt der Biotonnen kontrolliert
Immer mehr Plastik im Kompost

Region-DĂŒren

So sollte BiomĂŒll nicht aussehen: Der Unrat ist durchsetzt von Kunststoff, Glas und anderen Fehlstoffen, die verhindern, dass der Kompost genutzt werden kann.

Eigentlich mĂŒsste fĂŒr jeden klar sein, was in eine Biotonne gesteckt werden darf. Doch in DĂŒren hat die Menge der Fremdstoffe im Kompost so zugenommen, dass eine Vermarktung kaum noch möglich ist. Nun wird kontrolliert.

In der Folge wird aus einem möglichen Wertstoff einfacher RestmĂŒll. Zahlen mĂŒssen die teure Entsorgung dann letztlich alle. FĂŒr die Weiterverwertung des Materials ist der Zweckverband Entsorgungsregion West (ZEW) zustĂ€ndig. Der DĂŒrener Service Betriebs (DSB) sammelt in DĂŒren die AbfĂ€lle ein und fĂ€hrt diese dann entweder nach Alsdorf-Warden, WĂŒrselen oder Horm zur Kompostierung.

Von dort kam der Hinweis, dass sich in manchen Anlieferungen bis zu fĂŒnf Prozent Fremdstoffe befinden. „Viele Kunststoffe können in der Kompostierungsanlage nicht mehr von Sieben aufgefangen werden“, berichtet Nicole JĂ€ger vom DSB. Deswegen will man nun verstĂ€rkt dafĂŒr sorgen, dass falsche Stoffe erst gar nicht in den BiomĂŒll gelangen. Seit Anfang des Jahres schauen die Mitarbeiter des DSB genauer in die BehĂ€lter.

Menschen, die Plastik oder andere Dinge ĂŒber die grĂŒne Tonne entsorgen wollen, bleiben inzwischen nicht nur zunĂ€chst auf ihrem MĂŒll sitzen, sondern werden auch noch auf das Fehlverhalten hingewiesen. Die MĂŒllwerker haben nĂ€mlich die klare Anweisung erhalten, die GefĂ€ĂŸe einfach stehen zu lassen und mit einem AnhĂ€nger oder Aufkleber zu versehen.

Der gelben Karte folgt beim zweiten Verstoß wie im Fußball eine rote Karte. Die Menschen werden dann aufgefordert, den MĂŒll zu sortieren, die falschen Stoffe zu entfernen und bei Bedarf eine Sonderabholung zu bestellen. Diese muss natĂŒrlich bezahlt werden: Pauschal 15 Euro fĂŒr die Anfahrt und zusĂ€tzlich 10 Cent pro Liter. Dies macht bei einer 120-Liter-Tonne zwölf Euro aus, bei einem 240-Liter-GefĂ€ĂŸ sind dementsprechend 24 Euro fĂ€llig.

„Keiner Schuld bewusst“

Nicht alle sind von dem deutlichen Vorgehen des DSB begeistert. „Bei uns stand das Telefon nicht still“, sagt Nicole JĂ€ger. In manchen FĂ€llen waren sich die vermeintlichen ÜbeltĂ€ter keiner Schuld bewusst. Und das zurecht: In SupermĂ€rkten werden unter anderem PlastiksĂ€cke angeboten, die schnell verrotten sollen. Diese tragen sogar ein Zertifikat. „Das Problem besteht darin, dass BiomĂŒll in den VergĂ€hrungsbehĂ€ltern lediglich etwa eineinhalb Wochen bleibt“, schildert sie.

Diese Zeit reicht nicht fĂŒr den verrottbaren Kunststoff. Etwa acht Wochen seien im GĂ€hrungsbehĂ€lter notwendig, meint Nicole JĂ€ger. „Die kompostierbaren PlastiktĂŒten werden vom Verwerter deswegen ebenfalls nicht mehr akzeptiert und mĂŒssen mit PapiertĂŒten ersetzt werden“, sagt sie.

ZAHLEN

117 Kilogramm Bioabfall pro BĂŒrger und Jahr

Die Biotonne wurde 1996 in DĂŒren eingefĂŒhrt und ist im Gegensatz zu anderen Kommunen verpflichtend. Inzwischen machen die BioabfĂ€lle ein Viertel aller AbfĂ€lle aus Haushalten in der Stadt aus.

Jeder DĂŒrener BĂŒrger sammelt im Schnitt etwa 117 Kg BioabfĂ€lle pro Jahr ein. An RestabfĂ€llen werden 162 kg pro Jahr entsorgt. Zum Vergleich: Im Gesamten Versorgungsgebiet des Zweckverbands Entsorgungsregion West, zu dem der Kreis DĂŒren und die StĂ€dteregion Aachen zĂ€hlen, fielen durchschnittlich 74,7 Kilogramm BioabfĂ€lle im Jahr 2018 an.

Die Abfallberaterin weiß, dass die meisten BĂŒrger sehr genau darauf achten, was in die Biotonnen gesteckt wird. „Leider ist nicht allen bekannt, dass KĂŒchenabfĂ€lle zwar in die Biotonne gehören, allerdings nicht in einer dĂŒnnen PlastiktĂŒte“, berichtet sie. Alternativ solle man die KĂŒchenabfĂ€lle in Zeitungspapier oder kompostierbare PapiertĂŒten hĂŒllen und in die Tonne geben. Die Quote an Fehlstoffen schwankt in DĂŒren von Gebiet zu Gebiet zwischen fĂŒnf und einem Prozent. Letzteres entspricht immer noch einem Anteil von etwa 110 Tonnen im Jahr. Generell sei die Quote aber zu hoch.

Aus diesem Grund wurden Anzeigen geschaltet, macht eine Ă€ltere Dame mit erhobenem Zeigefinder auf GroßflĂ€chenplakaten auf die Fremdstoffe im BiomĂŒll aufmerksam. DarĂŒber hinaus war der DSB mit InfostĂ€nden unterwegs. Die zahlreichen Aktionen, die die strengeren Kontrollen begleiten, tragen laut JĂ€ger inzwischen FrĂŒchte: „Wir stellen fest, dass die Fehlstoffe deutlich weniger geworden sind.“ Dennoch wolle man nicht locker lassen, weiter aufzuklĂ€ren und zu prĂŒfen.

10.589 Tonnen BiomĂŒll wurden 2018 laut ZEW in DĂŒren gesammelt. Die MĂŒllwagenverlassen an Wochentagen zwischen 6.30 und 7 Uhr das DSB-GelĂ€nde und sind mit drei Personen besetzt. Die Fahrzeuge selbst können etwa bis zu 13 Tonnen BiomĂŒll aufnehmen und fahren an einem Tag im Schnitt zweimal zum Entleeren zur Deponie.

VON PATRICK NOWICKI AZ/AN

https://www.aachener-zeitung.de/lokales/dueren/nun-wird-der-inhalt-der-biotonnen-kontrolliert_aid-49649123



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