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NEWS

Veröffentlichung | 10.08.2018

Klimaschutz und Bezahlbarkeit im Rheinischen Revier gleichrangig
Eine regionale „Task Force“ für die Kohlekommission
Lässt tief blicken: Der Skywalk in Jackerath ermöglicht einen Einblick in den Tagebau Garzweiler. Der Zusammenschluss Rheinisches Revier sucht nach Lösungen für die Zeit nach den Tagebauen. Foto: dpa

Kreis Düren. Der Aufsichtsrat der Zukunftsagentur Rheinisches Revier hat auf einer Sondersitzung beschlossen, dass ein „Strukturprogramm 2045“ für das Rheinische Revier erarbeitet wird. Das Programm fasst Strategien, Projekte und Kooperationen in zentralen Zukunftsfeldern des Rheinischen Reviers zusammen.



„Für die Gestaltung des Strukturwandels braucht es einen integrierten Entwicklungsansatz“, fordert die Kölner Regierungspräsidentin und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, Gisela Walsken. In der Entwurfsfassung führt das Programm insbesondere die Zukunftsfelder „Energie und energieintensive Industrie“, „Innovation, Forschung und Gründung“ sowie „Infrastruktur, Raum, Fläche“ als die relevanten Handlungsfelder für die weitere strukturelle Entwicklung des Rheinischen Reviers auf.



Bei der Entwicklung des Rheinischen Reviers seien der Klimaschutz, die Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit von Energie als gleichrangig anzusehen, so der Aufsichtsrat in seinem Beschluss. „Wir müssen den Klimaschutz für die nachfolgenden Generationen ebenso nachhaltig sicherstellen, wie der Erhalt der Versorgungssicherheit und die Bereitstellung bezahlbarer Energie, insbesondere für die energieintensive Industrie“, forderte Aufsichtsratsmitglied Landrat Michael Kreuzberg. Der Aufsichtsrat fordert in seinem Beschluss, den Erhalt von Wertschöpfungsketten, die teilweise weit über das Rheinische Revier hinaus bestehen, sicherzustellen. Dominoeffekte seien zu vermeiden.

GroĂźe Herausforderungen



Der langfristige und bereits geplante Rückgang der Braunkohlenförderung und -verstromung im Rheinischen Revier sei jetzt schon vorgezeichnet und liefere einen deutlichen und sicheren Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen. Der damit verbundene, in den kommenden Jahrzehnten notwendige, tiefgreifende Strukturwandel sei sehr anspruchsvoll und stelle die Region schon heute ohne zusätzliche politische Eingriffe vor große Herausforderungen. Dies alleine erfordere aktive Beiträge aller gesellschaftlichen Akteure, so der Aufsichtsratsbeschluss.



Insbesondere bei einem vorzeitigeren Ausstieg aus der Kohleverstromung sei zu aller erst die Schaffung neuer Zukunftschancen innerhalb der Reviere sicherzustellen. Die Gestaltung eines erfolgreichen Strukturwandels könne nicht binnen weniger Monate endgültig definiert werden. Deswegen solle nach der Maxime gehandelt werden, dass zuerst neue, hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden müssen. Entsprechend seien weitere Strukturhilfemittel des Bundes für alle Reviere in ausreichender Höhe und für einen ausreichend langen Zeitraum und mit individueller Passung zur Verfügung zu stellen. Der Schlüssel für die Verteilung von Fördermittel müsse die Entwicklungspotenziale und Chancen adressieren. „Jeder Euro, der im Rheinischen Revier investiert wird, zahlt sich aus – und das nicht nur für das Revier“, so Walsken.



http://www.aachener-zeitung.de/lokales/juelich/klimaschutz-und-bezahlbarkeit-im-rheinischen-revier-gleichrangig-1.1959574

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